
Die Rathausschlange
Im Jahre 1998 wurde es „tierisch" bei der Rostocker Volks- und Raiffeisenbank eG mit der Rathausschlange Johannes...
Johannes, der kann es, und zwar die Leute magisch anziehen. Seien es nun die Rostocker Bürger oder Touristen, die unsere schöne Hansestadt Rostock besuchen, alle sind sie von der Rathausschlange fasziniert. Dabei wissen die Wenigstens, was es mit diesem Reptil und seiner wechselvollen Geschichte auf sich hat.
Um die Rathausschlange, wo sich noch immer die Geister darüber scheiden, ob es nun eine Schlange oder doch ein Aal ist, ranken sich einige Mythen. So soll sie als „Hausschlange“ alles Böse fernhalten und wer sie streichelt, soll mit Klugheit gesegnet und Glück in allen Lebenslagen beschert sein. Diesen Brauch nehmen sich allem Anschein nach viele Bürger und Besucher der Stadt zu Herzen, denn der Kopf der Schlange glänzt bereits, wie eine gut polierte Glatze. Besonders den Eltern von Neugeborenen wird nahegelegt, ihre Kinder die Schlange streicheln zu lassen, um so auf Lebenszeit das Glück des Nachwuchses zu sichern. Ob die Rathausschlange wirklich diese Kräfte besitzt, muss aber jeder selber herausfinden
Doch wie kam jetzt die Rostocker Volks- und Raiffeisenbank ins Spiel? Unser Johannes, der übrigens so heißt, da er am 24. Juni (Johanni), dem vermutlichen Gründungstag der Stadt Rostock, an sie übergeben wurde, ist schon der Fünfte seiner Art. Man vermutete, dass bereits ab dem 18. Jahrhundert immer wieder mal eine Schlange das Rostocker Rathaus zierte und Unheil von ihr abhielt, wofür vielleicht der beste Beweis ist, dass das Rathaus während des zweiten Weltkrieges die angloamerikanischen Bombenangriffe fast unbeschadet überstand, wohingegen die umliegenden Gebäude beträchtliche Schäden davontrugen. Die Vorgänger-Modelle, noch aus Kalkstein oder Beton, waren nicht allzu beständig und wurden mit dem Modell, welches 1997 gestohlen wurde, erstmals durch ein Bronze-Exemplar ersetzt. Nachdem 1997 das beliebte „Haustier“ des Oberbürgermeisters gestohlen wurde, entschloss sich die Rostocker Volks- und Raiffeisenbank eG dazu in Zusammenarbeit mit dem Kunstformer Erhard John, dem Bronzegießer Karsten Lachmann und dem Historiker/ Publizisten Dr. Hartmut Schmied, die entstandene „Lücke“ wieder zu schließen. Am 24. Juni 1998 war es dann soweit, das Rostocker Rathaus hatte wieder eine „Rathausschlange“ und im Zuge dessen übernahm die Rostocker Volks- und Raiffeisenbank eG auch gleich die Patenschaft für einen Python des Rostocker Zoos, der bei der Einweihungsveranstaltung vom damaligen Rostocker Oberbürgermeister Arno Pöker auf den Namen Johanna getauft wurde. Zu guter Letzt noch ein Wort zu dem 1997 entwendeten Exemplars. Dieses wurde von einem Berliner Touristen damals einfach als Fundstück betrachtet, da es nicht befestigt gewesen sei und ging dann auf Reisen in die deutsche Hauptstadt. Nachdem die Schlange auf Grund ihrer Größe und des Gewichts nicht als Schmuck über der Wohnungstür geeignet war, lagerte sie vier Jahre lang im Schuppen bis sie letztlich von dem „Schlangenliebhaber“ zurückgegeben wurde. Jetzt hat Rostock sogar zwei Schlangen, und wer wird sich schon über doppeltes Glück und Weisheit beschweren…
