Prominente Gäste begeistern 600 Besucher

Die Volksbanken Raiffeisenbanken in Mecklenburg-Vorpommern begrüßten beim diesjährigen VR-Talk rund 600 Mitglieder und Kunden in der Yachthafenresidenz Hohe Düne.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Bankensprecher Ronny Bauch führte Moderatorin Bettina Tietjen durch die mit fünf prominenten Gästen hochkarätig besetzten Diskussionsrunden.

Anlässlich des 30. Jubiläums des Mauerfalls in diesem Jahr war die Wiedervereinigung ein zentrales Thema an diesem Abend – doch neben Spitzenpolitikern wie Wolfgang Thierse und Christian Hirte waren auch Persönlichkeiten aus Sport, Film und Fernsehen beim Event der Volksbanken Raiffeisenbanken zu Gast. So empfing Bettina Tietjen den „Tatort“-Arzt Joe Bausch, der über seine Fernsehrolle als Gerichtsmediziner und über seine Erfahrungen als Gefängnisarzt sprach, sowie Anja Hamann, die Direktorin des Landeswasserschutzpolizeiamtes Mecklenburg-Vorpommern. Das Publikum zeigte sich tief beeindruckt von der weltweit erfolgreichsten Bahnradsportlerin Kristina Vogel, die berichtete, wie sie sich nach ihrem schweren Trainingsunfall zurück ins Leben kämpfte. Heute engagiert sich Kristina Vogel unter anderem auch in der Kommunalpolitik. Ein „Ost-West-Denken“ sei gerade bei jungen Leuten heute kaum noch vorhanden, so Vogel, denn heute seien einfach „alle Deutsche“.

Christian Hirte, Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Länder, zog ebenfalls ein positives Fazit der Wiedervereinigung. Nach den „mühsamen“ 1990er Jahren, so Hirte, habe es eine „tolle Entwicklung“ gegeben. Als Ostdeutscher könne man „mit Stolz darauf blicken“, erklärte der Spitzenpolitiker. Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse wies unterdessen auf die Bedeutung der friedlichen Revolution hin, die der Einheit den Weg geebnet habe. Das Wort „Wende“ werde dieser friedlichen Revolution nicht gerecht, so Thierse. Der SPD-Politiker berichtete von seinen ersten Erfahrungen im Bundestag. In der parlamentarischen Demokratie gehe es nur Schritt für Schritt voran, doch er wisse die „Langsamkeit der Demokratie“ zu schätzen, da diese die Beteiligung vieler Menschen ermögliche.

Sowohl Thierse als auch Hirte betonten mit Blick auf die Entwicklung seit 1990, dass schon viel geschafft worden sei. Wirklich erreicht sei die Deutsche Einheit laut Wolfgang Thierse, sobald die Biografien und Lebensleistungen nach 1990 mehr zählten als die Biografien und Lebensleistungen vor 1990 – und sobald man über den Unterschied zwischen Ost und West so sprechen würde, wie man heute über den Unterschied zwischen Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg spricht.

VR-Talk 2019 in Rostock
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